Venenentzündungen (Phlebitis)

            Unter Venenentzündung (Phlebitis) versteht man eine Gerinnselbildung in den oberflächlichen (unter der Haut gelegenen) Venen der Beine, seltener der Arme, verbunden mit entzündlicher Reaktion der Venenwand und des umgebenden Gewebes. Diese Reaktion löst Schmerzen, sowie Schwellung, Überwärmung und Rötung im Verlauf der betroffenen Venen aus, ein verhärteter Strang ist oft unter der Haut tastbar.

Venenentzündung
Venenentzündung

Der Venenentzündung liegt oft eine unbehandelte Krampfadererkrankung zugrunde, aber auch eine Reihe anderer Erkrankungen können Venentzündungen auslösen. Zu diesen gehören bösartige Tumorerkrankungen, Allergien, Immunsystemerkrankungen, Infektionen, anderweitige Gefäßentzündungen (Vaskulitis), Gefäßmissbildungen, Gerinnungsstörungen... Die Liste ist lang.

Auch Unfälle, Verletzungen sowei Gefäßschädigungen durch Venenkanülen/.katheter oder Infusionslösungen können zu Venenentzündungen führen. 

Kragenknopfthrombose
Gerinnsel wächst in die tiefe Vene vor

Venenentzündungen sind im Anfangsstadium recht schmerzhaft. Die Gerinnsel können in grössere, tiefer gelegene Venen vorwachsen und Thrombosen auslösen. Auch ist ein Ablösen von Gerinnseln im Sinne einer Embolie möglich.

 

Durch die körperliche Untersuchung alleine lässt sich ein solches Vorwachsen von Gerinnseln nicht nachweisen oder ausschliessen, hierzu ist eine Untersuchung der Venen mittels Ultraschall erforderlich. 

 

Kompresionssonographie
Vene nicht komplett komprimierbar -> Gerinnsel

Die Therapie besteht bei begrenztem Umfang der Erkrankung in lokaler Kühlung und der Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten (Antibiotika sind in aller Regel nutzlos, da meistens keine Bakterien an der Entzündung beteiligt sind). Das Ablassen von Gerinnseln durch einen kleinen Schnitt in die Haut kann schnelle Linderung der Beschwerden bedeuten. Bei ausgedehnten Venentzündungen und insbesondere beim Vorwachsen der Gerinnsel in tiefe Venen (Gefahr der Lungenembolie!) ist die Gabe von Heparininjektionen, bzw. die Langzeitbehandlung mit Blutverdünnern in Tablettenform erforderlich.

Ausserdem sollte bei Venentzündungen ein Kompressionsstrumpf getragen werden.

 

In der Folgezeit sollte eine zugrundeliegende Krampfadererkrankung saniert werden, um einer erneuten Venenetzündung vorzubeugen.

 

Da neben einer Krampfadererkrankung auch andere Krankheiten Venenentzündungen auslösen können, ist in geeigneten Fällen eine entsprechende Ursachenforschung erforderlich (Tumorsuche, Suche nach Gerinnungsveränderungen, Krampfaderuntersuchung, Vasculitisdiagnostik....).

 

Sowohl bei Diagnostik als auch bei Therapie der Venenentzündung sind wir Ihnen gerne behilflich.