Thrombose        

        

           

 

Unter Thrombose versteht man den kompletten oder teilweisen Verschluss von tiefen Venen durch Blutgerinnsel. Die Beschwerden können reichen von geringen bis zu ausgeprägten Schmerzen, die Hautfarbe kann unauffällig sein, aber auch grau-blaue Verfärbungen sind möglich, das Bein kann schlank, aber auch geschwollen sein. Eben wegen dieser ungenauen Merkmale wird die Thrombose oft verkannt; viele Thrombosen werden als andere Erkrankungen fehlgedeutet, und viele vermutete Thrombose stellen sich letztendlich als andere Krankheiten heraus. Vor allem das Anschwellen beider Beine stammt fast nie von Thropmbosen her, beidseitige Thrombosen sind ausserordentlkich selten und kommen fast nur im Endstadium bösartiger Tumorerkrankungen vor.

 

Thrombosen weisen mehrere Probleme auf.

 

Thrombose Kniekehlenvene
Frische Thrombose der Kniekehlenvene

Im akuten Stadium klönnen sie ausgeprägte Beschwerden verursachen (Spannungsgefühl, Beinschwellung, Schmerzen...).Die Blutgerinnsel neigen dazu zu wachsen und zunehmend grössere Anteile der Blutbahn zu verlegen - Die Schwellung nimmt zu. Die gefährlichste Komplikation der akuten Thrombose ist aber zweifelsohne die Lungenarterienembolie. Hier löst sich ein mehr oder weniger grosses Blutgerinnsel und wird vom Blutstrom durch das Herz in die Lungenarterien mitgenommen. Dort bleibt es in den sich immer weiter verzweigenden Lungenarterien stecken. Kleine Gerinnsel werden von den Betroffenen oft nicht bemerkt, oder als geringe Brustschmerzen, Hustenreiz oder Bronchitis fehlgedeutet. Diese Form der Embolie ist recht häufig. Bei circa der Hälfte der Pat. mit Thrombose sind beim ersten Arztbesuch bereits kleinere Lungenarterienembolien nachweisbar. Diese sind meist bedeutungslos. Die Lunge ist in der Lage, diese Gerinnsel schnell aufzulösen, so dass Folgeschäden kaum auftreten. Grössere Gerinnsel führen jedoch zu Verlegung grösserer Anteile der Lungenarterien und damit zu zunehmender Atemnot, sehr grosse Gerinnsel können Herzverversagen auslösen und und zum Tode führen. Diese Variante der Lungenarterienembolie ist glücklicherweise recht selten und erfordert sofortige intensivmedizinische Betreuung. Lungenarterienembolien treten in aller Regel - wenn überhaupt - in der ersten Woche der Thrombosebildung auf. Später sind die Gerinnsel bereit so fest mit der Venenwand verwachsen, dass Embolien recht selten werden.

Thrombose V.saphena
Vene nicht vollständig zusammendrückbar (Gerinnsel)

Die gebräuchlichste Methode zum Nachweis oder zum Ausschluss einer Thrombose ist die Ultraschalluntersuchung. Hier lassen sich die betroffenen Venen genau darstellen, der Blutfluss lässt sich messen und durch Kompression (Zusammendrücken) der Venen lässt sich feststellen, ob ein Gerinnsel in der Vene steckt.

 

Nach dem Nachweis einer Thrombose stellt sich zuerst die Frage, wie die Thrombose behandelt werden soll, später die Frage nach der Ursache der Thrombose.

Thrombosen werden behandelt durch Kompression und Hemmung der Blutgerinnung (Blutverdünnung).

Kompression wird erzielt durch entweder durch einen Kompressionsverband oder medizinische Kompressionsstrümpfe.

Thrombose einer Wadenbeinvene
Thrombose einer Wadenbeinvene

Die Blutgerinnung wird im Anfangsstadium durch Injektion von Heparin, später durch Übergang auf Tabletten (Falithrom, Marcumar...) gehemmt. Seit letzten Jahr sind auch Tabletten auf dem Markt, mit denen ohne Gabe von Heparin sofort die Thrombose therapiert werden kann, Langzeitstudien sind hier jedoch nur in begrenztem Umfang vorhanden. Nur in seltenen Fällen empfiehlt sich eine operative Ausräumung der Gerinnsel oder eine medikamentöse Auflösung (Lysetherapie), insbesondere bei reinen Beckenvenenthrombosen junger Patienten mit kurzer Krankheitsdauer.

 

Thrombose der Kniekehlenvene
Thrombose der Kniekehlenvene - Längsschnitt

Die Dauer der medikamentösen Behandlung richtet sich nach der Ausdehnung der Thrombose, sowie der möglichen Ursache. Unterschenkelvenenthrombosen benötigen in aller Regel eine Behandlungsdauer von 3 Monaten, ausgedehntere Thrombosen von 6 Monaten, Wiederholungsthrombosen werden länger, in einzelnen Fällen bis zu lebenslang mit Blutverdünnung behandelt, da hier das Risiko des Wiederauftretens der Thrombose besonders hoch ist.

 

Thrombus
Thrombose der Kniekehlenvene

Als Ursache der Thrombose kommen in Frage: Unfälle, Verletzungen, Operationen, Ruhigstellung der Extremitäten mit Gipsverbänden oder Schienen. Das Thromboserisiko ist auch bei Langstreckenflügen oder langen Busreisen erhöht, ebenso bei weiblichen Raucherinnen, welche die Antibabypille verwenden. Auch sind vererbbare Blutgerinnungsstörungen nicht selten zu finden, nach Ihnen sollte in geeigneten Fällen gefahndet werden. Auch Tumore können Thrombosen auslösen, so dass auch hier - insbesondere bei älteren Patienten - entsprechende weitere Untersuchungen veranlasst werden. Auch Missbildungen und Fehlanlagen der Venen können zu Thrombosen führen. In all diesen Fällen sind weiter Untersuchungen erforderlich (Ultraschall, Tumordiagnostik, Kernspinuntersuchung der Venen, Laboruntersuchungen...).

 

Restthromben
Restgerinnsel in einer Muskelvene

Auch nach fachgerechter Behandlung einer Thrombose können sich Folgeschäden entwickeln. Bei etwa einem Drittel der Patienten heilt die Thrombose ohne erkennbare Folgen für die Betroffenen aus. Beim zweiten Drittel verbleiben geringgradige Schäden des Venensystems zurück, welche entsprechende Behandlung durch z.B. Kompressionsstrümpfe benötigen und beim letzten Drittel verbleiben schwerwiegende Abflußstörungen des Beines zurück, welche ohne entsprechende konsequente Weiterbehandlung zu zunehmender Anschwellung des Beines, Krampfaderbildung und letztendlich zur Ausbildung von Unterschenkelgeschwüren führen können (sogen. Postthrombotisches Syndrom). 

 

Ulcus nach Thrombose
"Offenes" Bein Jahre nach Thrombose

Mit einer Thrombose ist nicht zu spassen. Die Gefahr der Lungenarterienembolie, der Nachweis von Gerinnungsstörungen, der Ausschluss von Tumorerkrankungen, die Verminderung bzw. Behandlung von Folgeschäden... all dies erfordert Spezialwissen und viel entsprechende Erfahrung.

 

Auch hier stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.  

 

Weitere Informationen zu Thrombose und Lungenembolie fnden Sie in der Leitlinie der Dt. Gesellschaft für Phlebologie.

 

 

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