Krampfadern       

           

Eine der grössten Untersuchungen von Venenerkrankungen der letzten Jahre war die Bonner Venenstudie. Hier wurden bei 3072 per Zufall ausgewählten Teilnehmern zwischen 18 und 79 Jahren Häufigkeit und Ausprägung von chronischen Venenerkrankungen untersucht (Phlebologie 32, 2003, 1). Demnach haben:

 

  • 59% der Bevölkerung geringgradige Krampfadern
  • 14% eine schwerwiegende, behandlungspflichtige Krampfadererkrankung
  • 13% leiden unter Schwellneigung (Ödem)
  • 0,7 % leiden oder litten unter Unterschenkelgeschwüren (offenes Bein)
  • nur 10% der Bevölkerung sind venengesund.

 

Venensystem
Beinvenensystem

Der Abstrom verbrauchten Blutes aus dem Bein erfolgt zum grössten Teil über das tiefe Beinvenensystem (im Bild rechts hell gezeichnet), welches - eingebettet in die Muskulatur - bei Bewegung durch den Muskeldruck ausgepresst wird und so Blut herzwärts transportiert. Das zweite, oberflächliche Venensystem (im Bild rechts dunkel gezeichnet) transportiert zwar weniger Blut, ist aber für Funktionsstörungen der Klappen anfälliger. Eine Schlussunfähigkeit der Klappen führt zum Rückstrom des Blutes in das Bein, zum Venenstau und zur Erweiterung der oberflächlichen Venen vor allem im Bereich des Unterschenkels. Der über viele Jahre andauernde Blutstau führt zur Schädigung auch des tiefen Venen-Systems und letztendlich oft zum Unterschenkelgeschwür, dem "offenen Bein".

 

Ulcus cruris
Unterschenkelgeschwür

Hier wird klar, dass die fachärztliche Behandlung der Krampfadererkrankung nicht "nur" Kosmetik, sondern auch eine medizinische Notwendigkeit darstellt. Die grosse Zahl der älteren, in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkten Patienten mit Unterschenkelgeschwüren hätte durch rechtzeitige, konsequente Behandlung vermindert werden können, Beschwerden ließen sich im Vorfeld lindern.

 

Zwei Argumente fallen immer wieder auf und müssen entkräftet werden:

 

Argument 1: Solange ich keine Beschwerden habe, muss ich meine Krampfadern nicht behandeln lassen.

 

Falsch! Viele Patienten verspüren über die Jahre hinweg nur geringe Beschwerden (Schwellneigung, schwere Beine, das Bedürfnis, die Beine hochzulagern...) und ignorieren diese Warnzeichen. Ist es schliesslich zur Geschwürsbildung gekommen, ist die Behandlung deutlich erschwert, das Ergebnis schlechter, der richtige Zeitpunkt verpasst worden.

 

Argument 2: Die Behandlung ist sinnlos, meine Krampfadern kommen ohnehin wieder.

 

ausgeprägte Krampfadern
ausgeprägte Krampfadererkrankung

Falsch! Zwar stellt die Varicosis meistens eine vererbte Erkrankung dar, welche nicht im eigentlichen Sinn "geheilt" werden kann. So ist es im Gefolge einer Krampfaderoperation durchaus möglich, dass erneut Krampfadern an anderer Stelle wieder auftreten. Diese sind in aller Regel wesentlich milder ausgeprägt als vor dem Eingriff, müssen oft überhaupt nicht behandelt werden, oder können eventuell alleine durch Verödung beseitigt werden. Diese wieder aufgetretenen Krampfadern führen selten zum offenen Bein. Bei korrekt und nach modernen medizinischen Standards vorgenommenen Operationen sind Wiederholungseingriffe ausserordentlich selten geworden. Darüberhinaus beruhen viele Wiederholungseingriffe auf operativen Fehlern der Vergangenheit. Die heutigen, modernen Operationsmethoden sind wesentlich schonender und effektiver. Vertrauen Sie Ihre Gesundheit Spezialisten an, lassen Sie sich ausführlich beraten. Krampfaderoperationen sind sinnvoll und notwendig!!

 

Ulcus
Folgeschäden einer Krampfadererkrankung

Neben einem kosmetisch ansprechenden Ergebnis ist die Vermeidung von nachfolgenden Schädigungen wie  Venenentzündungen, Thrombosen und Unterschenkelgeschwüren, sowie die Linderung der stauungsbedingten Beschwerden das Ziel der Krampfaderchirurgie.

 

V.saphena magna
Venenmündung in der Leiste
Perforans
Verbindungsvene

Vorgehen: Neben Erfragen der Beschwerden und der Krankengeschichte und körperlicher Untersuchung beruht die Behandlung der Krampfadererkrankung auf einer genauen Untersuchung der Krampfadern mit farbgestütztem Ultraschall. Mit dieser Methode lassen sich die Flusswege darstellen, funktionsunfähige Klappen aufzeigen und andere Veränderungen des Venensystems - wie zum Beispiel abgelaufene Thrombosen - nachweisen, welche für die spätere Therapie von entscheidender Wichtigkeit sein können. Die Darstellung von Krampfadern durch Röntgen mit Injektion von Kontrastmittel in eine Fussrückenvene - die Phlebographie - ist heute nur noch in ausserordentlich seltenen Einzelfällen erforderlich.

 

Weitere Informatione erhalten Sie zum Beispiel auf http://www.gesundheitsinformation.de unter dem Suchwort "Krampfadern"

 

In einem Beratungsgespräch erfolgt die Erstellung eines Behandlungsplanes. Operationen, Verödungen, Thermokoagulationen, Kompressionstherapien, apparative Entstauungen, all dies  gehört zum Leistungsspektrum unserer Praxis.

 

Sprechen Sie uns an!

 

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