Verödung/Sklerosierung       

        

           

Verödung mit Aethoxysklerol®

 

Die klassische Therapieform der Besenreiser ist die Verödungsbehandlung. Hierbei wird ein Medikament direkt in die feinen Blutgefäße injiziert. Dies bewirkt eine Zerstörung der Gefäßinnenschicht und somit einen Verschluss des Gefäßes. Die Methode ist bereits seit ca. 1850 bekannt. Im Laufe der Jahre haben sich die Kanülen verfeinert, die Sklerosierungsmittel verbessert, die Diagnostik wurde ausgefeilter. Inzwischen sind wir in der Lage, mit meist ansprechendem kosmetischem Endergebnis störende Venenäste mit geringer Nebenwirkungsrate zu verschließen. Die Behandlung ist durch die sehr feinen Injektionskanülen fast schmerzlos, erfordert aber viel Geduld. 

 

Die Ursache der Krampfaderbildung - sei es in Form großer Varizen, sei es in Form kleinster Besenreiser - liegt in einer meist ererbten Neigung des Bindegewebes zu dieser Reaktionsform, der sogenannten"Bindegewebsschwäche". Da diese Neigung nicht beseitigt werden kann, ist eine "Heilung" im eigentlichen Sinne nicht möglich. Im Falle von Besenreisern und retikulären Varizen können die kosmetisch störenden Folgen durch Verödung gemildert, das Aussehen der Beine gebessert werden. Dennoch können Besenreiser nach erfolgter Verödung wieder erscheinen, oder trotz erfolgreicher Einbringung des Verödungsmittels nicht vollständig verschwinden.  

 

Es müssen jedoch einige Besonderheiten berücksichtigt werden:

 

  •  Verödung benötigt vor allem eines: Viel Geduld!
Verödungsreaktion
Verschluss des Gefäßes direkt nach Verödung
  • Die Zerstörung der Gefäßinnenwand durch das Verödungsmittel führt zur Blutgerinnung und somit zum Gefäßverschluss. Dadurch sind die Besenreiser auch nach der Verödung noch für eine gewisse Zeit deutlich sichtbar und blassen dann allmählich ab. Dieser Prozess kann mehrere Wochen bis sogar Monate in Anspruchnehmen und enttäuscht all diejenigen, welche nach Injektion des Verödungsmittels ein sofortiges Verschwinden der Besenreiser erwarten. Zum Teil müssen die Blutgerinnsel mit feinsten Nadeln angestochen und entfernt werden, da sonst unschöne Braunverfärbungen der Haut drohen.
    Gerínnung nach Verödung
    Blutgerinnung einige Tage nach Verödung

 

  • Die Menge des Verödungsmittels, welche pro Sitzung verwendet werden kann, ist begrenzt; deswegen sind oft  je nach Befundausprägung mehrere Behandlungen über einen längeren Zeitraum erforderlich. Auch muss der Erfolg des "Abblassens" abgewartet werden, da manchmal nur so erkennbar ist, welche Gebiete nachverödet werden müssen, und welche nicht.

 

  • Zu Beginn der Behandung wird in aller Regel - da die individuelle Reaktionsweise auf das Verödungsmittel nicht bekannt ist - mit Injektionen in niedriger Dosierung begonnen.

 

  • Nach Verödung kann kurzfristig das Tragen eines Kompressionsstrumpfes erforderlich sein.

 

  • Allergische Reaktionen und Venenentzündungen sind möglich.

 

  • Bei versehentlicher Fehlinjektion - außerordentlich selten- kann es zu ausgeprägten Entzündungsreaktionen und sogar zum Untergang von Hautarealen mit Narbenbildung kommen.

 

Hautnekrose
Hautnekrose nach Verödung
  • Liegt die behandelte Krampfader sehr oberflächlich unter der Haut kann sich eine kleine Entzündung entwickeln, die Haut kann - anfangs recht schmerzhaft - punktförmig untergehen. Es bildet sich dann eine kleine Narbe.

 

matting
Feinste Besenreiser - "matting"
  • Therapieversager sind durchaus möglich, d.h. manchmal lassen sich Krampfadern trotz korrekter Injektionstechnik nicht beseitigen. Dies gilt vor allem für großflächige Besenreisergebiete mit sehr kleinem Gefäßkaliber, welche bei oberflächlicher Betrachtung Blutergüssen ähneln. Diese Gebiete - das sogenannte "matting" - sind oft nur unzureichend und mit kosmetisch unbefriedigendem Ergebnis behandelbar.

 

Trotz all dieser Warnhinweise - welche bei allen medizinischen Verfahren obligat sind - handelt es sich bei der Verödung um ein jahrelang erprobtes, recht sicheres, schmerz- und nebenwirkungsarmes Verfahren, welches bereits millionenfach mit Erfolg angewandt wurde.

 

Eine perfekte, garantiert erfolgreiche Therapie der Besenreiservaricosis gibt es nicht. Auch nach Sklerotherapie können Besenreiser wieder auftreten, oder teilweise trotz korrekter Behandlung nicht - oder nicht komplett - verschwinden. Eine Besserung der meisten Befunde ist möglich. Insgesamt tut man gut daran, seine Erwartungen bezüglich der einzelnen Methoden - trotz oft gegenteiliger vollmundiger Anpreisungen in der Werbung - nicht zu hoch anzusetzen. Das erspart manche Enttäuschung.

 

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