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Die Krampfadererkrankung ist charakterisiert durch die Erweiterung oberflächlicher Venen. Grössere Venen mit erhöhtem Blutfluss sollten operativ entfernt werden, dies ist jedoch bei kleinkalibrigen Gefäßen oft nicht möglich oder nicht sinnvoll.

Wir unterscheiden drei verschiedene, zur Verödung geeignete Venenkaliber:

  • Seitenastvarizen
  • retikuläre Varizen
  • Besenreiservarizen

Seitenastvarizen sind kleinkalibrige erweiterte Nebenvenen, welche entweder das einzige Zeichen einer Krampfadererkrankung darstellen, nach Krampfaderoperation zurückgeblieben sind, oder sich neu gebildet haben. Hier ist, vor allem bei Vorliegen einer Verbindung zu tieferen Venen, aus medizinischen Gründen eine Verödung angezeigt, da diese Venen unter Umständen die Weiterentwicklung der Varicosis und die Geschwürsbildung unterstützen.

Retikuläre (netzförmige) Varizen sind sind diffus direkt unter der Haut verlaufende, erweiterte Kleinstvenen, welche dort zusammenhängende Netze bilden. Oft besteht für diese Form der Krampfadererkrankung eine besondere Erbanlage, d.h. sie tritt in familiär gehäufter Form auf und hat oft keine Beziehung zu einer eigentlichen Krampfadererkrankung (Erweiterung der sogen. Stammvenen mit Rückfluss des Blutes in das Bein). Hier nicht mit Folgeschäden, wie der Entwicklung eines Unterschenkelgeschwürs zu rechnen. Retikuläre Varizen stellen oft ein beträchtliches kosmetisches Problem dar, welches jedoch durch Verödung mit oft ausgezeichnetem Endresultat behandelt werden kann. Diese Behandlung wird - wegen des kosmetischen Aspektes - nicht von den Krankenkassen übernommen und muss selbst finanziert werden (IGeL-Leistung). Wir bieten alle Verfahren moderner Sklerosierung an und sind gerne bereit, sie zu beraten und einen dataillierten Behandlungsplan zu erstellen.

Besenreiservarizen: Diese Form der Krampfaderbildung betrifft kleinste, in der Haut gelegene Venchen, welche zum Teil in ihrer Form an abgestorbene Äste ("Reiser", daher der Name) erinnern. Sie treten oft zusammen mit einer Stammvaricosis auf, können aber auch unabhängig von anderen Krampfsdern in Erscheinung treten. Auch im Gefolge einer Kramkpfaderoeration kann es zu vermehrten, vom Operateur nicht beinflussbaren Ausbildung von Besenreisern kommen, diese sind nicht durch Operation entfernbar und können durch Verödungsbehandlung angegangen werden. Wie bei den retikulären Varizen übernehmen die Krankenkassen die Kosten für diese kosmetische Behandlung nicht. Auch hier sind wir gerne bereit, Sie zu beraten und zu behandeln.

Verödungsbehandlung/Sklerosierung:

Die Ursache der Krampfaderbildung - sei es in Form großer Varizen, sei es in Form kleinster Besenreiser - liegt in einer meist ererbten Neigung des Bindegewebes zu dieser Reaktionsform, der sogenannten "Bindegewebsschwäche". Da diese Neigung nicht beseitigt werden kann, ist eine "Heilung" im eigentlichen Sinne nicht möglich. Im Falle von Besenreisern und retikulären Varizen können die kosmetisch störenden Folgen gemildert, das Aussehen der Beine gebessert werden. Dennoch können Besenreiser nach erfolgter Verödung wieder erscheinen, oder trotz erfolgreicher Einbringung des Verödungsmittels nicht vollständig verschwinden. Viel Geduld ist hier erforderlich. Letztendlich beruht die Sklerosierung auf der Injektion eines Medikamentes in ein Blutgefäß, welches eine Zerstörung der Gefäßinnenschicht und somit einen Verschluss des Gefäßes bewirkt. Die Methode ist bereits seit ca. 1850 bekannt. Im Laufe der Jahre haben sich die Kanülen verfeinert, die Sklerosierungsmittel verbessert, die Diagnostik wurde ausgefeilter. Inzwischen sind wir in der Lage, mit meist ansprechendem kosmetischem Endergebnis störende Venenäste mit geringer Nebenwirkungsrate zu verschliessen. Die Behandlung ist durch die sehr feinen Injektionskanülen fast schmerzlos. 

Es müssen jedoch einige Besonderheiten berücksichtigt werden.    

- Die Zerstörung der Gefäßinnenwand durch das Verödungsmittel führt zur Blutgerinnung und somit zum Gefäßverschluss. Dadurch sind die Besenreiser auch nach der Verödung noch für eine gewisse Zeit sicht bar und blassen dann allmählich ab. Dieser Prozess kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen und enttäuscht all diejenigen, welche nach Injektion des Verödungsmittels ein sofortiges Verschwinden der Besenreiser erwarten. Zum Teil müssen die Blutgerinnsel mit feinsten Nadeln angestochen und entfernt werden, da sonst unschöne Braunverfärbungen der Haut drohen.

- Verödung erfordert viel Geduld, das Abblassen der Venchen erfordert Zeit. Auch beseitigt das Veröden nicht das eigentliche Grundproblem - die Neigung zur Krampfaderbildung. Verödete Besenreiser tauchen ev. an anderer Stelle wieder auf, manchmal auch genau neben einem bereits behandelten Areal. Ein "Heilung" mit Beseitung aller Besenreiser auf Dauer ist nicht möglich.

- Die Menge des Verödungsmittels, welches pro Sitzung verwendet werden kann, ist begrenzt; deswegen sind oft  je nach Befundausprägung mehrere Behandlungen über einen längeren Zeitraum erforderlich. Auch muss der Erfolg des "Abblassens" abgewartet werden, da manchmal nur so erkennbar ist, welche Gebiete nachverödet werden müssen, und welche nicht. 

- Zu Beginn der Behandung wird in aller Regel - da die individuelle Reaktionsweise auf das Verödungsmittel nicht bekannt ist - mit Injektionen in niedriger Dosierung begonnen.

- Nach Verödung kann kurzfristig das Tragen eines Kompressionsstrumpfes erforderlich sein.

- Allergische Reaktionen und Venenentzündungen sind möglich.

- Bei versehentlicher Fehlinjektion - ausserordentlich selten - kann es zu ausgeprägten Entzündungsreaktionen und sogar zum Untergang von Hautarealen mit Narbenbildung kommen.

- Liegt die behandelte Krampfader sehr oberflächlich unter der Haut kann sich eine kleine Entzündung entwickeln, die Haut kann - anfangs recht schmerzhaft - punktförmig untergehen. Es bildet sich dann eine kleine Narbe.

- Therapieversager sind möglich, d.h. daß sich manchmal Krampfadern trotz korrekter Injketionstechnik nicht beseitigen lassen. Dies gilt vor alem für großflächige Besenreisergebiete mit sehr kleinem Gefäßkaliber, welche bei oberflächlicher Betrachtung Blutergüssen ähneln. Diese Gebiete - das sogenannte "matting" - sind oft nur unzureichend und mit kosmetisch unbefriedigendem Ergebnis behandelbar.

Trotz all dieser Warnhinweise - welche bei allen medizinischen Verfahren obligat sind - handelt es sich bei der Verödung um ein jahrelang erprobtes, recht sicheres, schmerz- und nebenwirkungsarmes Verfahren, welches bereits millionenfach mit Erfolg angewandt wurde.

Schaumsklerosierung:

Bei dieser moderneren Form der Verödungstherapie wird vor Injektion das Verödungsmittel in einem bestimmten Mischungsverhältnis mit Luft vermischt (aufgeschäumt), der Schaum wird dann injiziert und haftet länger an der Gefäßinnenwand. Die Menge des benötigten Sklerosierungsmittels ist dadurch geringer, die Wirkung hält länger an, die Injektion kann durch die Luftbeimengung mittels Ultraschall kontrolliert werden (Echosklerosierung). Auch kann der Schaum bei langen Venenverläufen durch feinste, in die Vene eingeführte Mikrokatheter unter Ultraschallkontrolle an den richtigen Ort transportiert werden. Diese Form der Verödung eignet sich vor allem für größerkalibrige Seitenastvarizen.

Inzwischen bestehen hier ausgefeilte Behandlungsmethoden, mit denen kosmetisch und funktionell gute Ergebnisse erzielt werden können.

Sprechen Sie uns an, lassen Sie sich beraten!

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