Wunden, welche über 4 - 6 Wochen keine Tendenz zur Heilung zeigen, werden als chronische Wunden bezeichnet und bedürfen unserer besonderen Aufmerksamkeit.
Die reguläre Wundheilung verläuft in 3 Phasen. Zuerst werden Gewebstrümmer und Verschmutzungen abgeräumt, dann erfolgt die Auffüllung der Wunde mit Eigengewebe, zuletzt die Abdeckung mit Oberflächengewebe, also einer Narbe.
Chronische Wunden verharren in aller Regel in der ersten Phase. Um sie dennoch zur Abheilung zu bringen bedarf es einer genauen Analyse der Ursachen gestörter Wundheilung, einer Beseitigung dieser Ursachen und nicht zuletzt einer speziellen Therapie der Wunden unter Zuhilfenahme moderner Wundtherapeutika.
Auch hier liegt einer der Behandlungsschwerpunkte unserer Gemeinschaftspraxis.
Die Mehrzahl chronischer Wunden ist mit arteriellen oder venösen Durchblutungsstörungen verknüpft. Aus diesem Grunde sind viele Wundsprechstunden an gefäßchirurgische Zentren angeschlossen. Engstellen oder Verschlüsse der Arterien führen zu chronischen Wunden im Bereich der Zehen, venöse Durchblutungsprobleme resultieren im Gefolge von Thrombosen oder Krampfadern in "offenen Beinen" - Geschwüren an der Innenseite des Unterschenkels. Diabetiker sind durch Defektwunden an der Fußsohle oder Fussinfekte hochgradig amputationsbedroht.
Hier müssen die zugrundeliegenden Durchblutungssstörungen untersucht und beseitigt werden, die Wundbehandlung erfolgt nach modernen Wundbehandlungsschemata, welche in vielen Kliniken inzwischen den Behandlungsstandard bilden.
Moderne Wundtherapeutika wie Hydrokolloide, Poliurethan-Schäume, Alginate, Silberauflagen, enzymatische Salben, adhäsive und nicht-adhäsive Auflagen, Hydrogele und andere kommen hier zum Einsatz.
Suchen Sie bei nicht heilenden Wunden frühzeitig Hilfe. Verspätete Behandlung kann fatale Folgen nach sich ziehen!