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Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist eine der der grossen Geisseln unserer Zeit. 4 - 5 % der Deutschen sind zuckerkrank, insgesamt sind dies etwa 4 Millionen Menschen. Die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes zu erkranken, nimmt mit dem Alter zu. Von den 70-jährigen sind etwa 26% zuckerkrank, von den 80-jährigen bereits 35%. Es wird geschätzt, dass sich bis 2010 die Zahl der Zuckerkranken weltweit verdoppeln wird.

Je nach Untersuchung leiden 7 - 20% der Diabetiker unter Fussproblemen, also in Deutschland zwischen 280.000 und 700.000 Einwohner.

Die verminderte Infektabwehr des Diabetikers, Mangeldurchblutung und Nervenschäden führen zum Absterben des Fussgewebes und zu Infektionen, welche zu oft zu spät ernst genommen und behandelt werden. Aus diesem Grunde ist die Zahl der Amputationen beim Diabetiker höher als bei irgendeiner anderen Bevölkerungsgruppe. 77% aller Amputationen erfolgen bei Diabetikern (70 Amputation pro 10.000 Diabetiker pro Jahr, restliche Bevölkerung 2 Amputationen pro 10.000 Einwohner pro Jahr). Bei 4 Millionen Diabetikern sind dies zur Zeit etwa 28.000 Amputationen/Jahr.       (Trautner 1996). Die Nervenschäden des Diabetikers verhindern, dass er seine Wunden oder Infektionen fühlt, die ebenfalls häufige, zuckerbedingte Sehbehinderung macht es dem Diabetiker unmöglich, seine Füsse zu untersuchen, so dass Wunden, Geschwüre, Hautrisse und Infektionen viel zu spät bemerkt werden. Die Folge ist ein zu spätes Aufsuchen ärztlicher Hilfe, Amputationen werden oft unvermeidlich.

Hierbei handelt es sich um:

  • 24% Oberschenkel-Amputationen (7.000/Jahr) 
  • 32% Unterschenkel-Amputationen (9.000/Jahr)
  • 44% Amputationen im Zehen- und Vorfussbereich(12.000/Jahr)

Die Folgen für die Betroffenen sind schwerwiegend: 

  • 50% sterben innerhalb eines Jahrs nach Oberschenkel-Amputation
  • Von den Übrigen sind
  • 43% rollstuhlpflichtig
  • 30-40% nur im Haushalt mobil
  • und nur 20% unabhängig mobil                     (Dormandy, VascMedRev, 1995 )

Wie lässt sich dieses Schicksal verhindern?

Zum Einen durch den Diabetiker selbst. Jeder Diabetiker sollte peinliche Sorgfalt auf die Pflege seiner Füße verwenden. Tägliche Reinigung in lauwarmem Wasser mit abschliessendem vorsichtigem Abtrocknen ist unerlässlich. Besondere Achtung muss dem Schuhwerk gewidmet werden. Scharfe Kanten, vorspringende Nähte, enge Schuhe - dies alles unterstützt die Entwicklung von Wunden mit zum Teil katastrophalen Folgen. Verletzungen - vor allem bei der Nagelpflege - sind zu vermeiden, geringste Zeichen einer Entzündung, Blasenbildung, nicht heilende Verletzungen - dies alles sollte schnellstens einem Arzt vorgestellt werden.

Hier beginnt nun unser Aufgabengebiet.

Veränderungen der Füße beim Diabetiker erfordern eine gründliche Untersuchung, die Durchblutung muss überprüft werden. Kleinere Defektwunden ohne Infektzeichen und nicht die Haut überschreitende Druckläsionen können ambulant therapiert werden, hier ist ein ausgefeiltes Wundmanagement erforderlich; Infektionen, die Haut überschreitende Geschwüre, Defekte der Fußsohle, all dies erfordert eine zügige, vorrangig stationäre Versorgung. Eine frühzeitige, konsequente Behandlung kann manche Amputation verhindern. Hier ist die Hinzuziehung eines entsprechend geschulten Spezialisten ausserordentlich wichtig. Unterschätzen Sie die Gefahren des Diabetischen Fußes nicht!!!

Auch die Nachsorge - z.B. nach erfolgter Zehen-Amputation - gehört in die Hand des Spezialisten. Schwellneigungen müssen behandelt, Bypässe kontrolliert, Restwunden therapiert werden, das Schuhwerk muss korrigiert und ev. nachgebessert werden.

Eine der wichtigsten Funktionen, welche unsere Lebensqualität ausmachen, ist die Fähigkeit zu gehen. Gerade beim Diabetiker sollte diese Funktion peinlich genau behütet werden.

Auch hier helfen wir gerne!

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